Nr. 110/2019

Usbekistan will erneuerbare Energien etablieren. Doch es fehlt an Expertise. Der Materialforscher Mirabbos Hojamberdiev besitzt sie: Er entwickelt vielversprechende Solartechnologien, die auch anderswo Schule machen könnten. Mit über 300 Sonnentagen im Jahr ist Usbekistan prädestiniert für Solarenergie. Bislang werden rund 90 Prozent des Energiebedarfs durch fossile Energieträger abgedeckt. Das soll sich ändern: Bis 2030 plant die Regierung, Solaranlagen mit Kapazitäten von mehr als einem Zehntel des landesweiten Energiebedarfs zu installieren. Die Sonne soll aber nicht nur Strom liefern. Hojamberdiev erforscht Methoden zur photokatalytischen Wasserspaltung. Diese kann unter Sonnenlicht mithilfe spezieller OxinitridmaterialienWasser inWasser- stoff und Sauerstoff trennen – Elektrizität wie bei der herkömmlichen Elektrolyse ist unnötig. Damit ist es möglich, Wasserstoff als Energie­ träger aus erneuerbaren Energien zu produzieren. Außerdem lässt sich mit dem Verfahren die Umwelt säubern. Dies hat Hojamberdiev Ende 2017 in Tansania mit Forschern und Studenten der Universität von Daressalam gezeigt: „Es gelang uns, das Wasser eines Flusses bei Arusha von organischen Schadstoffen zu befreien.“ Nun werde daran gearbei- tet, auch die anorganischen Schadstoffe zu eliminieren. „Ich hoffe, dass meine Arbeit dazu beiträgt, die weltweiten Energie- und Umwelt­ probleme zu lösen und eine nachhaltige Gesellschaft aufzubauen.“ Text JAN BERNDORFF Der ehemalige Humboldt-Forschungsstipendiat DR. MIRABBOS HOJAMBERDIEV von der Turin Polytechnic University in Taschkent erhielt 2017 den Georg Forster-Forschungspreis der Humboldt-Stiftung. Aktuell forscht er an der Technischen Universität Berlin. HERR HOJAMBERDIEV, WIE BRINGEN SIE GRÜNE ENERGIE NACH USBEKISTAN? Foto: Humboldt-Stiftung/Nikolaus Brade NACHGEFRAGT 8 HUMBOLDT KOSMOS 110/2019

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